Alexander Gallé Story

DREI TAGE VOR VALENTINSATG

Samstag, Februar 11, 2017Alexander Gallé


THE PROBLEM WITH ME ist eine Geschichte die in fünf Teilen über David Remo erzählt. Ein 20 jähriger Mann der ungern mit andern Menschen in seinem Umfeld kommuniziert. In der Zeit vor Valentinstag erlebt er seine Gefühle seit langem wieder in einer interessanten und bislang unbekannten Form. Versucht er diese zu verdrängen und zerbricht irgendwann daran oder lässt er sich auf jemanden ein und beginnt einen neuen Lebensabschnitt? 


DREI TAGE VOR VALENTINSTAG


Ich starte mit dem frischen Datum 11.02 in das Wochenende. So wie immer gehe ich am Nachmittag in das Geschäft neben meinem Wohngebäude. Eine riesige Auswahl an frischen Lebensmitteln erwartet mich dort immer wieder aufs Neue. Lass mich dir ein kleines Geheimnis verraten, ich liebe es zu kochen. Der Prozess aus vielen verschiedenen, Lebensmittel ein unvergessliches Gericht zu zaubern fasziniert mich. Ich brauche auch niemanden der mithilft oder mit mir isst. Glaube ich zumindest. Doch manchmal stelle ich mir vor, wie es doch wäre, wenn ich dieses ganze kennenlernen überspringen könnte und sofort jemanden an meiner Seite hätte, der mich und meine Anliegen versteht und dem ich alles erzählen könnte. Das Problem, dass uns die menschliche Rasse dabei mitgeben hat ist, dass wir so genannte "Rudeltiere" sind und alleine irgendwann eingehen, wie eine Zimmerpflanze ohne Wasser. Nachdem ich mit dem wiegen meiner Süßkartoffeln fertig bin und mich gerade umdrehen will, remple ich einen Mann, dem eine Packung italienischer Parmesan aus der Hand gleitet und zu Boden fällt. Ich bleibe wie angeklebt stehen und starre in seine dunkelgrünen Augen anstatt meinen Fehler auszubessern. Nach den gefühlt schönsten 10 Sekunden meines heutigen Tages hebe ich die Packung auf und entschuldige mich aufrichtig. Seine tiefe Stimme entgegnet mir: „Das macht doch nichts“. Ich grinse kurz und gehe weiter. Um eines klar zu stellen, ich habe mich nicht verliebt und wir werden uns nie wieder begegnen. Gut, dass wir diese zu perfekte Liebesgeschichte zerstört haben. Ich stehe mittlerweile an der Kasse und lege meine Sachen auf das Förderband. Obwohl mich die Kassiererin mit einem Lächeln begrüßt und verabschiedet, lasse ich einfach nur meine Bankkarte über den Leser gleiten und gehe. Die Einkäufe stelle ich in der Küche ab und ziehe mir die Schuhe aus. Falls du dir schon ausgemalt hast, dass meine Küche aus Paletten und Sperrholz besteht, muss ich dich leider enttäuschen. Wenn ich auf etwas Wert lege, dann auf eine schöne Küche. Der einzige Ort an dem ich ungestört glücklich sein kann. Als ich an der Kochinsel stehe und mein vorher gekauftes Gemüse schnipple kommt mir wie aus dem Nichts der Gedanke wie es jetzt wäre, wenn jemand da wäre. Jemand der mir zusieht, mich umarmt oder sogar selbst eine Ahnung vom Kochen hat. Ein seltener Gedanke der mich den restlichen Abend beschäftigt. Sogar sosehr, dass ich mich nicht wie sonst an den Esstisch setzte, sondern einfach auf der Couch esse. Ich lasse das Geschirr stehen, danach verschwinde ich sofort ins Bett und versuche diesen Tag so schnell wie möglich zu vergessen. Wieso kann nicht alles so bleiben, wie es immer war. Ich bin, war und werde alleine bleiben und damit bin ich auch immer zufrieden gewesen. Sehr zufrieden sogar. Die halbe Nacht versuche ich herauszufinden, wo diese Gefühle plötzlich herkommen und warum ausgerechnet jetzt. Ich fange an Fehler an mir zu suchen und verdränge Verdrängtes erneut. Irgendwann beginnt der Gedankengang ob mich überhaupt jemand lieben könnte. Ein paar Stunden und etliche Minuten später schlafe ich mit Tränen in den Augen ein.

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