Alexander Gallé Story

VALENTINSTAG

Dienstag, Februar 14, 2017Alexander Gallé


THE PROBLEM WITH ME ist eine Geschichte die in fünf Teilen über David Remo erzählt. Ein 20 jähriger Mann der ungern mit andern Menschen in seinem Umfeld kommuniziert. In der Zeit vor Valentinstag erlebt er seine Gefühle seit langem wieder in einer interessanten und bislang unbekannten Form. Versucht er diese zu verdrängen und zerbricht irgendwann daran oder lässt er sich auf jemanden ein und beginnt einen neuen Lebensabschnitt?


VALENTINSTAG

Es ist der 14.02. Die Sonne streift durch den Schlitz im Vorhang und scheint mir in die Augen. Ich stehe langsam auf und gehe durch das Wohnzimmer weiter zum Kühlschrank um mir etwas zu trinken zu holen. Ich nehme zwei Gläser aus dem Schrank und schenke kaltes Wasser ein. Warum zwei Gläser kannst du dir selber denken. Ich stelle das Glas auf den Tisch neben der Couch wo er schläft und gehe zurück in mein Schlafzimmer, ich schließe meine Vorhänge und krieche zurück in mein Bett. Als ich das nächste Mal aufwache ist es bereits 10:52 Uhr. Die Tatsache das wir heute beide nicht im Büro erschienen sind, stört uns kein bisschen. Ich schaue mich im Schlafzimmer um. Mein Blick wandert von den hässlichen Vorhängen über den alten Kleiderschrank und bleibt schlussendlich neben mir stehen. Genau dort wo seit vielen Monaten und Jahren kein anderer Mensch mehr gelegen hat. Ein Stückchen Matratze das für mich immer überflüssig erschien. Jetzt wo Milas diesen Platz füllt, fühle ich mich anders. Vielleicht sogar besser, erfüllter und fröhlicher. Ich lege meinen Kopf vorsichtig auf seine Schulter und schlafe weiter. Einige Stunden später werde ich von einem sanften „Ich habe dir einen Kaffee gemacht“ geweckt. Ich öffne meine Augen und blicke direkt in ein Meer aus den schönsten Blautönen die es überhaupt gibt. Er setzt sich auf die Bettkante und reicht mir eine Glastasse gefüllt mit frischem Kaffee. Ich richte mich auf und entgegen mit einem Lachen, das ich von mir gar nicht kenne. Ich trinke einen Schluck und stelle die Tasse auf den Nachttisch. Milas steht auf, nimmt ein T-Shirt und eine Hose aus dem Schrank und schmeißt sie mir mit den Worten „Zieh dich an, in 30 Minuten fahren wir los“ aufs Bett. „Wohin?“, entgegnete ich. Mit einem kleinen Grinsen geht er aus dem Zimmer und lässt mich alleine. Sehr überrascht stehe ich auf und springe unter die Dusche. Ich ziehe mich an und wundere mich immer noch wohin er mich entführen will. Wir schließen die Tür hinter uns und steigen in sein Auto. Nachdem wir schon seit einer halben Stunde in die nächste Stadt fahren frage ich erneut: „Wohin fahren wir denn jetzt?“ 
„Gut ich sag es dir, wir gehen jetzt shoppen. Wieso wirst du noch früh genug erfahren“ Ich habe den Sinn von schöner Kleidung nie verstanden, vor allem für wen oder was sollte ich mich den so anziehen. Im Shoppingcenter angekommen, schleift er mich als erstes in einen Store eines bekannten Designers. Ohne mit mir ein Wort zu wechseln gibt er mir ein Kleidungsstück nach dem Anderen. Etwas irritiert gehe ich in eine Umkleidekabine und probiere das erste Outfit an. Eine dunkelblaue Hose kombiniert mit einem weißen Hemd dem passenden Sakko. Milas betrachtet mich von oben nach unten und nickt einmal kurz. Mit eisernem Willen ziehe ich alle weiteren Teile an und merke wie annehmbar ich eigentlich aussehe in den richtigen Sachen. Als ich alles probiert habe und zum Schluss noch fünf Looks übrig sind komme ich aus der Kabine und falle Milas in die Arme. Er legt seine Arme ebenfalls um mich. Es war dieser Moment an dem ich wusste, dass ich ihn so schnell nicht mehr hergeben will. Nach dem bezahlen machen wir uns wieder auf den Weg zur Parkgarage, als er plötzlich versucht meine Hand zu nehmen. Tausend Gedanken schießen mir durch den Kopf. Schlussendlich lasse ich es zu und wir gehen das erste Mal Hand in Hand. Wieder im Auto angekommen fahren wir richtig Stadtrand. Schon wenige Momente nach dem wir wieder nebeneinander sitzen, präsentiert er mir dass wir jetzt zum Flughafen fahren und dann nach Mailand fliegen. Seine Worte kurz darauf:“ Wir fliegen aber nicht einfach so, wir fliegen weil ich dich wirklich liebe. Wenn du nicht das selbe empfindest kannst du es jetzt sagen“. Mir wurde auf einen Schlag bewusst, dass mich ein Anderer liebt und fühle mich nicht mehr als nutzloses Teilchen auf diesem Planeten. Ich schaue in sein wunderbares Gesicht und sage mit strahlenden Augen: “Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben. Seit ich am ersten Tag an dir vorbeigegangen bin, habe ich mich in dich verliebt. Lass uns fliegen!“ Ich habe gerade jemandem meine Liebe gestanden der es geschafft hat mir innerhalb von wenigen Tagen zu zeigen was Liebe überhaupt bedeutet. Mit Milas fliege ich jetzt in die Zukunft und bin auf unbestimmte Zeit im Büro nicht erreichbar. Am Ende doch irgendwie die perfekte Liebesgeschichte.

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