Alexander Gallé Story

ZWEI TAGE VOR VALENTINSTAG

Samstag, Februar 11, 2017Alexander Gallé


THE PROBLEM WITH ME ist eine Geschichte die in fünf Teilen über David Remo erzählt. Ein 20 jähriger Mann der ungern mit andern Menschen in seinem Umfeld kommuniziert. In der Zeit vor Valentinstag erlebt er seine Gefühle seit langem wieder in einer interessanten und bislang unbekannten Form. Versucht er diese zu verdrängen und zerbricht irgendwann daran oder lässt er sich auf jemanden ein und beginnt einen neuen Lebensabschnitt? 



ZWEI TAGE VOR VALENTINSTAG

Nach meinem gestrigen psychischen Knick setze ich mich am 12.02 mit der gleichen Einstellung wie üblich in mein Auto das ich fast nie benutze und fahre an einen See der etwa zwei Stunden weit weg ist, um meine Gedanken zu sortieren. Auf dem Weg durch die Stadt fallen mir Werbungen passend zum Valentinstag auf. Riesige Plakatwände auf denen Dinge speziell für diesen einen Tag beworben werden. Ich hasse Valentinstag und das nicht nur weil ich alleine bin und plötzlich Gefühle für andere Menschen entwickle. Ich will einfach nicht verstehen, warum man seinem Freund oder Freundin, Mann oder Frau nur an diesem einem Tag im Jahr eine billige Packung null acht fünfzehn Schokolade, mit Herz-, oder Blumenaufdruck kauft, oder noch schnell bei der Tankstelle auf dem Heimweg einen Bund Rosen im edlen Plastikgewand kauft, weil man es schlicht und einfach vergessen hat. Besteht der Sinn einer Beziehung nicht darin, sich jeden einzelnen Tag so zu Lieben wie am Ersten. Ein einfacher Liebesbeweis wäre mal die Klappe zu halten und zuzuhören. Vielleicht erfährt man dann auch, was das Gegenüber wirklich will oder wie es ihm geht. Was man aber ganz sicher nicht braucht sind Produkte und Vorstellungen die man von der Gesellschaft und Werbeindustrie aufgeschwatzt bekommt. Schon mal daran gedacht das gemeinsame Erinnerungen oder ein langes Gespräch viel mehr Wert sind. Endlich am See angekommen schnapp ich mir meine Jacke und gehe einmal gemütlich rundherum. Wie es auch sein musste, kommen mir einige Pärchen entgegen. Fast immer eine Frau und ein Mann. Sind es mal zwei Frauen sind es nur Freundinnen, sind es zwei Herren gehen sie mit genügend Abstand, damit keiner auf einen falschen Gedanken kommt. Ich gehe dagegen alleine um diesen See. Wieder am Parkplatz angekommen habe ich weder eine Idee für den verdammten Artikel, noch fühle ich mich ein Stück besser. Ich packe meine Jacke wieder in den Kofferraum und fahre davon. Weg von dem stillen Gewässer, weg von meinen Problem, am Besten weg von diesem Planeten. Es ist mittlerweile schon Abend und schon fast dunkel. Mit dem Auto komme ich jedesmal, wenn ich zu diesem See fahre, an einem kleinen Parkplatz vorbei, von dem man einen wunderschönen Ausblick auf die Berge und auf den Sonnenuntergang hätte, wenn man nicht alleine dort stehen würde und sich wie ein Vollidiot vorkommt. Dementsprechend fahre ich strikt und einfach daran vorbei. Plötzlich überkommen mich meine Gefühl erneut und stärker als zuvor. Ich fahre auf einer kurvigen Landstraße mit nassen Augen und einem Gefühlschaos in mir. Stehenbleiben wäre in diesem Moment die schlaueste Lösung, doch gehe ich auf das Gaspedal und fahre weit über dem Geschwindigkeitslimit den Berg hinunter. Was wenn es hinter der nächsten Kurve vorbei ist, was wenn mir jemand entgegen kommt. Soll mir alles recht sein, es wird mich keiner vermissen oder nach mir suchen. Nicht einmal meine Eltern.
Wie es das Schicksal will, bin ich ohne einen Kratzer an meinem Haus angekommen. Gottseidank oder leider. Ich schiebe den Schlüssel in den Zylinder und sperre die Tür auf. Da mir jetzt nicht mehr nach kochen ist, nehme ich eine Fertigpizza aus dem Tiefkühlschrank und schiebe sie in den Ofen. In der Zwischenzeit gehe ich unter die Dusche und ziehe mir etwas Anderes an. Während ich die Pizza genieße versuche ich die gerade geschobene Aktion irgendwo einzuordnen, was mir schwerer fällt als gedacht. Am Ende verdränge ich den Gedanken sowieso wieder, weil er mir nicht ins Konzept passt. Wieder ein Tag der sich zu Ende neigt und in einer Nacht endet, von der ich alleine aufwache. Alles so wie immer.



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